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 Boo Boo Stewart spielt Seth Clearwater
Carina
Admin


Beiträge: 47.856

17.10.2015 00:16
BooBoo Stewart in «Descendants – Die Nachkommen» Zitat · antworten




Die Kritiker: «Descendants – Die Nachkommen»


Disney wirft «High School Musical», «Glee» und «Once Upon a Time» in einen Mixer. Heraus kommt die aufgedrehte Schurken-Musical-Teeniekomödie «Descendants».

Cast und Crew
Regie: Kenny Ortega
Drehbuch: Josann McGibbon, Sara Parriott
Ausführende Produzentin: Judy Taylor
Darsteller: Dove Cameron, Cameron Boyce, Booboo Stewart, Sofia Carson, Mitchell Hope, Dan Payne, Keegan Connor Tracy, Wendy Raquel Robinson, Maz Jobrani, Kathy Najimy, Kristin Chenoweth
Kamera: Thomas Burstyn
Schnitt: Don Brochu
Instrumentalmusik: David Lawrence
Songs: Joacim Persson, Shelly Peiken, Johann Alkenas, Andrew Lippa, Adam Schlesinger, Adam Anders, Nikki Hassman, Peter Astrom, Sam Hollander, Josh Edmondson, Grant Michaels, Craig Lashley, Charity Daw, Shawn Mendes, Geoffrey Warburton, Glen Scott und Martin Terefe
Kostüme: Kara Saun
Prouktionsdesign: Mark Hofeling


Die Idee hinter der kunterbunten Familienkomödie «Descendants – Die Nachkommen» hat das Zeug dazu, passionierten Disney-Fans einen höllischen Schrecken einzujagen: Die Disney-Channel-Eigenproduktion geht nämlich davon aus, dass einige der größten Schurken der Disney-Zeichentrickfilmgeschichte Nachkommen in die Welt gesetzt haben. Eben jene leben gemeinsam mit ihren Eltern auf einer abgeschiedenen Insel, auf der keinerlei Magie mehr existiert und die Schurkensprösslinge ihre frechen Ader ausleben. Als aber Ben, der Sohn von Belle und dem Biest, im Königreich Auradon ein Pilotprojekt zur Resozialisierung von Bösewicht-Kindern lostritt, werden vier Teenager auserkoren, um ins Magie kennende Märchenland zu ziehen.

Die Wahl fällt auf Mal (Tochter der bösen Fee Maleficent aus «Dornröschen»), Evie (Tochter der bösen Königin aus «Schneewittchen»), Carlos (Sohn der Dalmatiner jagenden Cruella de Vil) und Jay (Sohn des «Aladdin»-Großwesirs Dschafar). In Auradon sollen sie auf der High School lernen, gut zu sein, aber wie es sich für Jugendliche gehört, manövrieren sie sich in Liebesturbulenzen und Persönlichkeitsfindungsprobleme. Vor allem Mal ist hin- und hergerissen zwischen der Möglichkeit, eine neue Identität aufzubauen, und dem Bosheitsgebot ihrer Mutter …

Auf dem Papier klingt «Descendants» nicht nur wie ein seelenloses Fließband-Fernsehprojekt, sondern obendrein wie ein gewaltiger Affront gegen das Disney-Erbe. Denn mit der inneren Logik der Disney-Klassiker, auf deren Schultern sich «Descendants» tragen lässt, hat diese TV-Produktion wenig gemein. Ganz davon abgesehen, dass einige der Oberschurken „ihren“ Animationsfilmklassiker nicht überlebt haben, nun aber munter durch die Gegend laufen, leben sie plötzlich im selben Zeitalter. Und zwar in einer farbenfrohen, durchgeknallten Version der Gegenwart. Zu guter Letzt denken sich die Autoren Josann McGibbon und Sara Parriott für Maleficent und Co. neue Persönlichkeitszüge aus. Obwohl manche Portale diese Musical-Teeniekomödie als Fortsetzung diverser Disney-Klassiker beschrieben, wird daher bereits nach wenigen Augenblicken klar: Nein, dem ist nicht so.

Die Idee hinter der kunterbunten Familienkomödie «Descendants – Die Nachkommen» hat das Zeug dazu, passionierten Disney-Fans einen höllischen Schrecken einzujagen: Die Disney-Channel-Eigenproduktion geht nämlich davon aus, dass einige der größten Schurken der Disney-Zeichentrickfilmgeschichte Nachkommen in die Welt gesetzt haben. Eben jene leben gemeinsam mit ihren Eltern auf einer abgeschiedenen Insel, auf der keinerlei Magie mehr existiert und die Schurkensprösslinge ihre frechen Ader ausleben. Als aber Ben, der Sohn von Belle und dem Biest, im Königreich Auradon ein Pilotprojekt zur Resozialisierung von Bösewicht-Kindern lostritt, werden vier Teenager auserkoren, um ins Magie kennende Märchenland zu ziehen.

Die Wahl fällt auf Mal (Tochter der bösen Fee Maleficent aus «Dornröschen»), Evie (Tochter der bösen Königin aus «Schneewittchen»), Carlos (Sohn der Dalmatiner jagenden Cruella de Vil) und Jay (Sohn des «Aladdin»-Großwesirs Dschafar). In Auradon sollen sie auf der High School lernen, gut zu sein, aber wie es sich für Jugendliche gehört, manövrieren sie sich in Liebesturbulenzen und Persönlichkeitsfindungsprobleme. Vor allem Mal ist hin- und hergerissen zwischen der Möglichkeit, eine neue Identität aufzubauen, und dem Bosheitsgebot ihrer Mutter …

Auf dem Papier klingt «Descendants» nicht nur wie ein seelenloses Fließband-Fernsehprojekt, sondern obendrein wie ein gewaltiger Affront gegen das Disney-Erbe. Denn mit der inneren Logik der Disney-Klassiker, auf deren Schultern sich «Descendants» tragen lässt, hat diese TV-Produktion wenig gemein. Ganz davon abgesehen, dass einige der Oberschurken „ihren“ Animationsfilmklassiker nicht überlebt haben, nun aber munter durch die Gegend laufen, leben sie plötzlich im selben Zeitalter. Und zwar in einer farbenfrohen, durchgeknallten Version der Gegenwart. Zu guter Letzt denken sich die Autoren Josann McGibbon und Sara Parriott für Maleficent und Co. neue Persönlichkeitszüge aus. Obwohl manche Portale diese Musical-Teeniekomödie als Fortsetzung diverser Disney-Klassiker beschrieben, wird daher bereits nach wenigen Augenblicken klar: Nein, dem ist nicht so.


Descendants» spielt in seinem ganz eigenen Paralleluniversum, das anderen Gesetzen folgt als die Disney-Meisterwerke. Während sich der künstlerische Totalausfall «Maleficent – Die dunkle Fee» als „die wahre Geschichte“ von «Dornröschen» bezeichnet, geht «Descendants» einen ähnlichen Weg wie die ABC-Studios-Serie «Once Upon a Time». Er nimmt ikonografische Elemente von Disney- beziehungsweise Märchengeschichten, um mit den bekannten Aspekten zu kokettieren und im selben Atemzug eine kontemporäre, eigensinnige Crossovergeschichte zu erzählen. Da sich «Descendants» nach dem Intro in seiner charakterlichen Darstellung der großen Disney-Schurken überdeutlich von den „Originalen“ distanziert, markiert er auch sehr selbstbewusst seinen Non-Kanon-Status. Insofern ist er kein größerer Affront als die Serie «Käpt'n Balu und seine tollkühne Crew», in der aus dem «Dschungelbuch»-Faulenzer Balu ein Frachtpilot in einer von antropomorphen Tieren bevölkerten Variante der 30er-Jahre wird.

Wer als Zuschauer akzeptiert hat, dass sich «Descendants» gar nicht erst erdreistet, als ernstgemeinte Weitererzählung unvergesslicher Trickfilme zu posieren, dürfte es sogleich deutlich einfacher haben, mit dem Film seinen Frieden zu schließen. Und dies macht sich durchaus bezahlt, denn selbst wenn «Descendants» längst nicht zur Speerspitze von Disney-Fernsehproduktionen zählt (geschweige denn des Disney-Outputs generell), hat dieser überdrehte Schurkenspaß seine Stärken.

Dies ist zu weiten Teilen dem Regisseur Kenny Ortega zu verdanken, der schon hinter dem «High School Musical»-Phänomen und dem Halloween-Kultfilm «Hocus Pocus» stand sowie mit Michael Jackson zusammengearbeitet hat. Ortega bringt nämlich seinen eigenen Sinn für „Camp“ mit, also für selbstsicher in Szene gesetzten, überzogenen und ironischen Kitsch. Wenn etwa die von Broadwaylegende Kristin Chenoweth, Komikerin Weny Raquel Robinson, Komiker Maz Jobrani und «Sister Act»-Nonne Kathy Najimy gespielten Schurken in knalligen Kostümen und Grimassen schneidend durchs Bild tölpeln, ist das so enthemmt, dass rasch klar wird, was für ein Film das hier ist. Und auch der exzentrische Modegeschmack der Teenie-Hauptdarsteller hat seinen „cheesy charme“, der hier oft wichtiger ist, als profunde Herzlichkeit oder starker Humor mit solidem Fundament. Auf eben dieser Ebene operieren auch die besseren, da freimütigeren Musiksequenzen. Typische Musicalexposition mit Dubstepelementen zu versetzen dürfte Puristen zwar gleich zu Beginn verschrecken, die relativ aufwändige Choreografie und der ohrwurmverdächtige Refrain sollten wagemutigere Musicalfreunde jenseits der Pubertät dennoch vertrösten. Den Kids indes ist solch ein Stilbruch eh egal, so lange die Darsteller mit ansteckender Freude bei der Sache sind – und das ist der Fall.

Zwischendurch bricht aus Ortega aber doch der Traditionalist aus, beispielsweise, wenn er ein ausführliches Duett zwischen Mal und Maleficent ohne größeren Ironie- oder Elektro-Firlefanz umsetzt. Dank der mimischen und gesanglichen Bandbreite von Hauptdarstellerin Dove Cameron und ihrer Filmmutter Chenoweth funktionieren diese „normalen“ Momente – ganz egal, wie sehr sie aus dem sonstigen Tonfall von «Descendants» herausfallen. Wo «Descendants» dagegen herb einbüßt, ist in seinen Versuchen, zwischenzeitlich zu allem Überfluss noch als „klassischer“ Teeniefilm aufzugehen. Wenn Mal mit den Tücken der ersten Liebe kämpft, die Kinder der Disney-Prinzessinnen und -Prinzen im reinsten Zickenmodus operieren und sich Jay als Sportler neu entdeckt, gehen dem Drehbuch zügig die Ideen aus. Daher wird vor allem der Mittelteil zum bloßen Abhaken von mal uninspiriert-notwendigen, mal überflüssigen Plotpunkten – ergänzt durch blassen Teeniepop in den Romantik- und Selbstzweifelszenen. Und im Falle von Jay sowie Carlos kommt zudem sehr unruhiger Blödelhumor hinzu, da die Teenie-Buben manchmal ohne ersichtlichen Grund nur noch wie Kindergartenkinder herumtoben. Da haben es Mal und Evie alias Sofia Carson besser erwischt – sie dürfen gelegentlich mit Wortwitz punkten.

Fazit: Das befürchtete Sakrileg ist «Descendants» längst nicht geworden. Stattdessen ist die knallige Komödie ein verrückter, launiger Mix aus «High School Musical», «Glee» und «Once Upon a Time». Die Kleinen wird es bespaßen, die Älteren bekommen neben genussvollem Camp leider auch einige Durststrecken geboten, in denen die Prämisse durch Fließband-Teenieleid verwässert wird.


«Descendants – Die Nachkommen» ist am 17. Oktober um 20.15 Uhr sowie am 18.Oktober um 13.50 Uhr im Disney Channel zu sehen und bereits als DVD erhältlich.


Quelle http://www.quotenmeter.de/n/81411/die-kr...-die-nachkommen

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